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Fachweiterbildung

Menschen mit erworbener Hirnschädigung verstehen und begleiten - 2019

  • Modularisierte Fachweiterbildung mit Abschlusszertifikat

    Erst vor etwa hundert Jahren begann man damit, sich um Hirnverletzte zu kümmern. Damals waren es vorwiegend Soldaten, die durch Schussverletzungen oder Granatexplosionen eine Hirnverletzung davongetragen hatten. Allerdings wusste man damals noch nicht, wie man diesen Menschen helfen könnte.

    Auch heute sind wir noch nicht in der Lage, eine Hirnverletzung wieder ungeschehen zu machen. Hirnstrukturen und Nervenzellen, die zerstört wurden, z. B. nach einem Verkehrsunfall, werden in der Regel nicht mehr ersetzt. Vielmehr müssen die betroffenen Menschen nun lernen, mit bleibenden körperlichen oder geistigen Defiziten, Veränderungen in der Persönlichkeit, dem Verlust von Identität und Selbstwertgefühl sowie häufig auch dem Verlust von Familie, Freunden und Beruf zurechtzukommen.
    Häufig erleben Menschen mit erworbener Hirnschädigung ihre eigene Persönlichkeit wie einen zerschlagenen Spiegel. Sie schauen hinein und erkennen sich selbst nicht wieder. Wut, Ärger, Enttäuschung, Verunsicherung, nicht wahr haben wollen, sich aufbäumen, depressiv oder aggressiv werden ... Die Bandbreite der Krankheitsverarbeitung und die Komplexität möglicher Probleme erscheint unendlich groß.

    Mit der Verletzung und Schädigung des Gehirns ist nämlich die zentrale Instanz betroffen, in dem alle menschlichen Eigenschaften, wie Persönlichkeit und Ich-Erleben, Fähigkeiten, Selbstreflexion, Genuss, Schmerz, Liebesfähigkeit, Denken, Fühlen, Empfinden, Intelligenz, Wissen, Gedächtnis, Pläne-schmieden- Können usw. verankert sind. „Bin ich jetzt ein ‚Depperl‘ geworden“? Nicht selten steckt diese Angst ganz tief in den betroffenen Menschen: Wer bin ich jetzt?

    Eine genauso große Herausforderung stellt eine erworbene Hirnschädigung jedoch auch für die Menschen dar, die mit den Betroffenen zusammenleben, sie betreuen, ihnen helfen, sie unterstützen und therapieren. Nicht selten sind die helfenden oder betreuenden Personen sogar mehr belastet und gefordert als die Betroffenen selbst. Wie soll ich mit diesen Menschen umgehen, wie ihnen begegnen? Welche Probleme können Menschen mit erworbener Hirnschädigung überhaupt haben? Wie gehe ich mit Aggression oder Antriebslosigkeit um? Was ist der Unterschied zur geistigen Behinderung? Was bedeutet Krankheitsverarbeitung? Was mache ich, wenn ich selbst an meine Grenzen stoße?

    Teilnehmer/innen dieser Weiterbildung werden ein umfassendes Verständnis dafür entwickeln, welcher elementare Unterschied besteht zwischen geistiger Behinderung und erworbener Hirnschädigung, welche Probleme eine erworbene Hirnschädigung zur Folge hat und wie wir bestmöglich damit umgehen können.
    In der Einführungsveranstaltung werden wir uns zuerst einen allgemeinen Überblick verschaffen über wichtige Bereiche moderner Neurorehabilitation. Hierzu gehört das Wissen über Störungsbilder, Möglichkeiten der Rehabilitation und Förderung, Grundwissen über die Funktionsweise des Gehirns und neuro- logische Erkrankungen.

    In den einzelnen Modulen kann dieses Wissen dann je nach eigenem Interesse vertieft werden. Um das Zertifikat zu erlangen, müssen die Teilnehmer/innen von vier angebotenen Seminaren mindestens zwei besuchen.

    In der Abschlussveranstaltung werden wir uns dann damit beschäftigen, wie wir das bisher Gelernte in unserer täglichen Arbeit konkret umsetzen können.

    Um den Transfer in die Praxis zu gewährleisten, erbringen die Teilnehmer/innen einen Leistungsnachweis in Form einer Hausarbeit oder eines Referates.

    Die ausführlichen Seminarausschreibungen können Sie auf den angegebenen Seiten in diesem Programm einsehen.

    Lehrgangsleitung

    Harald Pfenninger
    Diplom-Psychologe und klinischer Neuropsychologe, zzt. tätig in der neurologischen Rehabilitation an der BG-Unfallklinik Murnau; langjährige Erfahrung in der nachklinischen Rehabilitation Schädelhirnverletzter; Fallsupervisionen in Werkstatt für Menschen mit Behinderung: im Erstberuf Heilerziehungspfleger: hier mehrere Jahre Tätigkeit als Betreuer in Behindertenwohngruppen

    Susanne Haug Diplom-Pädagogin, Referentin für Fort- und Weiterbildung, Akademie Schönbrunn

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    Weiterführende Informationen

    HIER können Sie eine ausführliche Broschüre zur Fachweiterbildung herunterladen, in der Sie Näheres zu Inhalten, Terminen und Dozent/innen etc. erfahren. Dort finden Sie auch ein Sammelanmeldeformular zum Ausdrucken.

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  • Die einzelnen Module im Überblick - direkt online buchbar!!

  • Verbindliche Einführungsveranstaltung

  • Fachliche Vertiefung

  • Pflichtseminar

  • Module zur Wahl - zwei aus vier

  • Abschluss

  • Verpflichtende Abschlussveranstaltung