Impressionen

Impressionen aus dem Unterricht – (M)ein Menschenbild – HEPies

Fachschüler*innen der Kurse 30A und 30B haben sich im Fach Medienpädagogik mit ihrem Menschenbild als Heilerziehungspfleger auseinandergesetzt und als Bild dokumentiert. Dabei sind interessante Ergebnisse herausgekommen:


Elke Kettner Preisträgerin der Ludwig-Schlaich-Stiftung 2020

Die Preisverleihung muss Corona bedingt im April 2021 nachgeholt werden. Es ist eine besondere Auszeichnung bei einem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb mit einem Preis bedacht zu werden.

Das Thema der Facharbeit hat es allemal verdient: „Teilhabe an Geschichte für Alle! Junge Erwachsene mit geistiger Behinderung erarbeiten sich Kenntnisse über die Verfolgung von Menschen in der NS Diktatur in einem Projekt zur politischen Bildung in einer Außenwohngruppe.“

Und wie kommt Frau Kettner dazu, sich mit einem von ihr begleiteten Menschen damit zu befassen? Lassen wir sie selber sprechen:

„’Stimmt es eigentlich, dass der Hitler so jemanden wie mich damals getötet hätte‘? Diese Frage stellte mir vor ungefähr 7 Jahren ein Klient der Außenwohngruppe, in der ich tätig bin, völlig unerwartet während wir zu Fuß auf dem Weg zum wöchentlichen Lebensmitteleinkauf waren. Diese Frage löste damals in mir spontan das Gefühl von Hilflosigkeit aus. Mir war klar, dass ich diese Frage mit ja beantworten musste. Aber wie sollte ich das Unaussprechliche aussprechen? Wie sollte ich das Unerklärliche erklären? Welche Antwort konnte ich dem fragenden jungen Menschen mit geistiger Behinderung neben mir geben, ohne ihn völlig zu schockieren? Bei der Themensuche für meine Facharbeit kam mir das Thema als erster Impuls wieder ins Gedächtnis.

Ich habe mich für diese Arbeit mit meiner Projektgruppe auf den Weg begeben, Fragen zum dunkelsten Kapitel der deutschen Zeitgeschichte zu stellen und Antworten zu finden. Zu Beginn des Projektes hatte ich großen Respekt vor den Fragen, die wir stellen mussten und der Wirkung
der Antworten auf meine Betreuten.
Die Entwicklung, die dann im Laufe des Projektes mit der Gruppe geschehen ist, hat mich stark beeindruckt. Die Teilnehmer haben sich auf das Projekt und die Inhalte in einem Ausmaß eingelassen, das ich nicht zu erwarten gewagt hätte. Jeder Einzelne hatte höchste Motivation, sich Kenntnisse zu erarbeiten und ein Teil der Gruppe zu sein. Die Entwicklung der Gruppe war eine besonders wertvolle Erfahrung für mich. Die emotionale Schwierigkeit der einzelnen
Projektabschnitte hat die Gruppe eng zusammenwachsen lassen und alle Teilnehmer in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Ich freue mich persönlich sehr darüber, ein Mitglied dieser Gruppe geworden zu sein.
Rückblickend hat sich meine Entscheidung, mich mit der Gruppe auf diesen Weg zu begeben als wertvoll und bereichernd erwiesen. Der empathische Umgang mit dem Thema und die Gedanken der Teilnehmer haben mich tief beeindruckt.“

Die Stiftung ist nach dem Pfarrer D. Ludwig Schlaich, dem Leiter der damaligen “Heil- und Pflegeanstalt Stetten” (heute Diakonie Stetten) benannt. Pfarrer Schlaich entwickelte ein zweijähriges berufsbegleitendes Ausbildungskonzept. Der dazu geschaffene Bildungsplan umfasste pädagogisch-psychologische, medizinisch-pflegerische, praktisch-methodische und allgemeinbildende Inhalte. Auf dieser Grundlage entstanden in den 50er Jahren das Berufsbild “Heilerziehungspflege” und die erste Fachschule für Heilerziehungspflege in der Bundesrepublik Deutschland, die Ludwig Schlaich Schule.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Ludwig Schlaich Schule im Jahre 1983 stiftete ein Freund der Diakonie Stetten e.V. ein einmaliges Vermögen.
In Würdigung seiner Lebensleistung wurde die neu gegründete Stiftung nach Pfarrer D. Ludwig Schlaich benannt. Die Stiftung fördert Forschungen, die zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit geistiger, körperlicher oder mehrfacher Behinderung beiträgt. Sie dient ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken.