Magdalena Frahammer gewinnt Ludwig-Schlaich-Preis

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Facharbeit über Inklusion gewürdigt

(v.l.) Werner Kiemle, Georg Blaser, der Leiter der Akademie Schönbrunn, und Christian Opl, der Ausbildungsleiter, gratulieren Magdalena Frahammer.
In Ihrer Dankesrede hob Frahammer die Unterstützung durch ihren Gruppenleiter hervor.
Georg Blaser, Christian Opl und Magdalena Frahammer von der Akademie Schönbrunn bei der Preisverleihung.

Erneut ist eine Absolventin der Akademie Schönbrunn mit dem D. Ludwig Schlaich Preis ausgezeichnet worden. Im festlichen Rahmen der Jahrestagung der Bundesarbeits- gemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungs- pflege und Heilerziehung in Deutschland (BAG HEP e.V.), die vom 10. bis 12. November in Berlin stattfand, ehrte Werner Kiemle, der Vorsitzende der D. Ludwig Schlaich-Stiftung, Magdalena Frahammer, Mitarbeiterin des Franziskuswerks und Absolventin der Akademie Schönbrunn für ihre herausragende Facharbeit mit dem Titel „Erwachsene Menschen mit frühkindlichen Autismus erleben Inklusion und gruppendynamische Prozesse innerhalb einer Ferien- freizeit auf einem Bauernhof“. Die Arbeit trägt laut Kiemle mit dazu bei, „die Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen zu verbessern“. Insgesamt wurden nur zwei Facharbeiten mit Urkunden und einem Scheck über jeweils 300 Euro ausgezeichnet.

Die Preisträger waren eingeladen, am bundesweiten Fachtag der Heilerziehungspflege-Schulen „Migration und Behinderung“ teilzunehmen. Die Schulvertreter setzten sich in Vorträgen, Arbeitsgruppen und Exkursionen mit der wachsenden Interkulturalität auseinander. Dieses Thema kommt auf dem Gebiet der Eingliederungshilfe an und wird – wie in der Gesamtgesellschaft – als Chance, aber auch als Herausforderung wahrgenommen. Zum einen ist es Aufgabe der Assistenten, für die Lebenssituation von Menschen mit Migrationshintergrund und geistiger und mehrfacher Behinderung sensibel zu sein, diese verstehen zu lernen und ihnen in ihrer Assistenztätigkeit gerecht zu werden. Dann erfährt das Thema auch im Blick auf die aktuelle und künftige Zusammensetzung der Ausbildungskurse eine hohe Bedeutung: In einem der im Herbst gestarteten Ausbildungs- kurse in Heilerziehungspflege an der Akademie in Gut Häusern sind Teilnehmende aus neun unterschiedlichen Nationalitäten beisammen.

Magdalena Frahammer beteiligte sich mit großem Interesse an diesem Fachtag. Noch mehr war sie natürlich von der Feierlichkeit zur Preisverleihung angetan. Werner Kiemle würdigte ihre Arbeit als ein herausragendes Beispiel für intensive fachliche Auseinander- setzung zu den Themenbereichen „Autismus“ und „Inklusion“. Gleichzeitig war die Jury von der Umsetzung der erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse in die Praxis sehr angetan.

Frahammer stellte selber den Aspekt der Auswirkung auf die Praxis als das Entscheidende bei ihrer intensiven und aufwändigen Beschäftigung mit dem Facharbeitsthema heraus. In ihrer Dankesrede hob sie die Unterstützung durch ihren Gruppenleiter hervor und sprach von großen Entwicklungsschritten, die einzelne Personen in dieser Zeit durchlaufen hätten. „Für mich war es besonders schön zu sehen, dass Menschen, die zuvor kaum Gegenstände oder Bilder in ihrem privaten Lebensbereich ertragen konnten, in der Freizeitmaßnahme lernten, sich in fremden Räumen aufzuhalten und mit ihnen vorher nicht bekannten Menschen in Kontakt zu treten. Wenn ich spüre, wie einzelne bereits nach kurzer Zeit sich mit dem nächsten Urlaub beschäftigen möchten und es genießen, Bilder aus der Ferienmaßnahme anzusehen, dann stellt dies für meine berufliche Tätigkeit ein Highlight dar.“

Frahammer wird nur noch einige Wochen die Tätigkeit mit diesem sicherlich ganz besonderen Personenkreis genießen dürfen. Sie hat bereits ein neues Aufgabengebiet als Gruppenleiterin angetreten. Dass sie dafür befähigt ist, zeigt sich in der Art und Weise, wie sie pädagogische Herausforderungen angeht.